Das Schulwesen in Frankreich

Die Sekundarstufe II [allemand]

Nach der Troisième in der Sekundarstufe I gehen die Schüler in die Bildungseinrichtung der Sekundarstufe II (Lycée) und haben drei Zweige zur Auswahl:Den allgemeinbildenden und technischen Zweig, Der berufsbildende Zweig.

 

Den allgemeinbildenden und technischen Zweig

Für diese beiden Zweige werden die Schüler in eine allgemeinbildende und technisch orientierte Seconde in der ekundarstufe II aufgenommen.Nach dieser Klasse treten die schüler in die sogenannte "Abschlussphase" mit den Klassenstufen Première und Terminale ein. Der allgemeinbildende Zweig führt die Abiturienten zu langen
Studien, während der technische Zweig eher zu technische Fachstudien
mit Techniker-Abschluss (nach 2 Jahren) und zu beruforientiertem
Bachelor und Master oder zu Ingenieurstudien führt.

Der Unterrichtsaufbau:

Die Seconde: Die Orientierungsphase

n dieser Klasse wird allen Schülern Allgemeinwissen vermittelt und sie bekommen die Möglichkeit, neue Fächer zu belegen: Literatur, Kunst, wissenschaftliche oder technisch orientierte Fächer in Vorbereitung der kommenden Studien. Außerdem bleiben zwei Fremdsprachen Pflichtfächer für alle.
Im Rahmen des Sondierungsunterrichts kann der Schüler sich neue Fächer erschließen. Der Schüler ist verpflichtet, zwei Sondierungsfächer zu belegen, wobei eines der Fächer aus dem wirtschaftlichen Bereich gewählt werden muss. Für das zweite Sondierungsfach hat der Schüler die Wahl zwischen:
-Wissenschaftlichem und technischem Unterricht (wissenschaftliche Methoden und Praxis, Ingenieurwissenschaften, Laborwissenschaften, technische Kreation und Innovation, grundlegende Wirtschafts- und Verwaltungsprinzipien, Designkreation und -kultur);
-Geisteswissenschaftlichem Unterricht (Literatur und Gesellschaft, Sprachen und Kulturen der Antike - Latein oder Griechisch - Dritte Fremdsprache);
-Kunstunterricht (künstlerisches Schaffen und künstlerische Aktivitäten).
Die Wahl der Fächer ist nicht richtungweisend für eine bestimmte Fachrichtung in der Abschlussphase.

Die Klassen der Première und Terminale: Die Abschlussphase:

Die Schüler spezialisieren sich schrittweise und wählen entweder den allgemeinbildenden oder technischen Zweig. Diese Abschlussphase führt zum Abitur.
Am Ende der Terminale legen die Schüler das Abitur - den ersten Grad des Hochschulunterrichts - ab, der ihnen das Zugangsrecht zum ersten Studienjahr an einer Hochschule gewährt. Das Abitur umfasst Prüfungen, die bereits am Ende der Première abgelegt werden (i insbesondere die Französischprüfung).

Der berufsbildende Zweig

Im berufsbildenden Zweig werden berufliche Kompetenzen, Kenntnisse und Know-how in einem besonderen Fachbereich erworben.
Dank der Reform dieses Zweiges ab 2009 sind die Qualifikationen der jungen Menschen und ihre Eingliederung in das Berufsleben verbessert und eine eventuelle Fortführung in einem kurzen Hochschulstudiengang erleichtert worden.
Im Beruflichen Gymnasium bereiten die Schüler ab der Seconde innerhalb von drei Jahren ein Fachabitur vor oder absolvieren ein erstes Ausbildungsjahr, das innerhalb von zwei Jahren zum Zertifikat beruflicher Eignung (Certificat d'aptitude professionnelle) - (CAP) führt.
Ein Teil der Ausbildung erfolgt im Berufsumfeld. Die während dieser Zeit erworbenen Kompetenzen werden durch den Lehrplan für jeden Abschluss festgelegt und bei einer Prüfung bestätigt.

Zum Ende ihres Abschlussjahres treten die Schüler zu den Prüfungen des Fachabiturs an, eine landesweite Prüfung, die wie die anderen Abiturprüfungen zum Diplôme de fin d'études secondaires de niveau IV (französische Aufschlüsselung, siehe Kasten unten) führt.

Im Rahmen des zum Fachabitur führenden Lehrplans wird eine Zwischenprüfung der Stufe V (CAP oder BEP) abgelegt, die den Abschluss jedes Schülers sicherstellen soll.

Außerdem können die jungen Menschen in einer dualen Berufsausbildung einen Berufsabschluss in einem berufsschulähnlichen Centre de formation d'apprentis (CFA) und bei einem Arbeitgeber vorbereiten. In diesem Fall ist ihr Status im Betrieb der eines jungen Arbeiters unter Verantwortung eines Lehrmeisters oder sie können auch in den öffentlichen Dienst aufgenommen werden.

Die Abschlüsse:

  • Das Certificat d'aptitude professionnelle (CAP) : Stufe V, 2 Ausbildungsjahre, mehr als 200 Fachrichtungen;
  • Das Baccalauréat professionnel (Bac pro): Stufe V, 3 Ausbildungsjahre, mehr als 70 Fachrichtungen;
  • Das Brevet professionnel (BP): Stufe IV (nur in dualer Berufsausbildung), 2-jährige Ausbildung nach einem CAP, 68 Fachrichtungen;
  • Die Mention complémentaire (MC) : Stufe V oder IV, ein Jahr nach einem CAP oder einem Bac pro, 57 Fachrichtungen;
  • Das Brevet des métiers d'art (BMA) : Stufe IV, 2 Jahre nach einem CAP im Bereich künstlerischer Berufe, 26 Fachrichtungen.

 Die Aufschlüsselung der Ausbildungsstufen

Französische EinteilungAbschlussInternationale Entsprechung des Abschlusses CITE (2)Stufen des Europäischen Qualifikationsrahmens
Stufe V
Abschluss des zweiten Kurzzyklus, beispielsweise Zertifikat beruflicher Eignung (Certificat d'aptitude professionnelle) - CAP 3c 3
Stufe IV
Abschluss Typ Fachabitur 3 4
Stufe III
Abschluss Typ Bac + 2, beispielsweise höherer Technikerabschluss (BTS) oder Fachhochschuldiplom (Diplôme universitaire de technologie) (DUT) (1) 5b 5
Stufe II
Abschluss Typ Bachelor, z. B. Licence Professionnelle (zwei zusätzliche Semester nach DUT) (1) 6 6
S6tufe I
Abschluss Typ Master (z. B. Ingenieurdiplom) und Promotion (1) 6
7 und 8

(1) Diese Abschlüsse werden von dem französischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung erteilt.
(2) CITE : „Internationale Standardklassifikation des Bildungswesens" der UNESCO,
die für den Ländervergleich verwendet wird (Einteilung nach erreichtem Abschluss)

Die Reform der Sekundarstufe II

Die Reform besicht sich auf folgende Schlüsselpunkte:

Die stufenweise Orientierung der Schüler;

  • •Die individuelle Begleitung aller Schüler (s. Kasten unten);
  • •Das Erlernen und die Beherrschung von mindestens zwei modernen Fremdsprachen.

Die individuelle Begleitung

Als wichtigste Innovation im Rahmen der Reform der Sekundarstufe II wird allen Schülern eine individuelle Begleitung angeboten. Sie ist Bestandteil ihres Stundenplans und bedeutet keine Verlängerung der Gesamtstundenzahl.

In der Seconde und Première ermöglicht die individuelle Begleitung den Schülern, sich an die Arbeitsanforderungen der Sekundarstufe II zu gewöhnen, Methoden zu erlernen, die sie auf die Hochschulausbildung vorbereiten und sich beruflich zu orientieren. Sie umfasst:
  • Eine Unterstützung für Schüler mit Lernschwierigkeiten;
  • Eine Vertiefung der Kenntnisse oder einen anderen Ansatz in den belegten Fächern;
  • Methodische Unterstützung;
  • Eine Orientierungshilfe.

In der Première bestehen etwa 60 % des Stundenplans der Schüler aus gemeinsamen Pflichtfächern. Dadurch wird eine Neuorientierung und Korrektur der gewählten Schullaufbahn erleichtert.

Diese Reform wurde 2010 eingeführt und wird zum Schuljahr 2014/2015 abgeschlossen.

Letztes Update: 27 Mai 2013
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