Das Schulwesen in Frankreich

Die Primarschule [allemand]

Seit dem Schuljahr 2008 erhalten die Schüler 24 Stunden Unterricht pro Woche. Zusätzliche pädagogische Maßnahmen während der Unterrichtszeiten (Activités pédagogiques complémentaires - APC) werden in kleineren Gruppen organisiert, um Schülern mit Lernschwierigkeiten zu helfen, die individuelle Arbeit der anderen Schüler zu begleiten oder um eine Aktivität durchzuführen, die im Schulprojekt vorgesehen ist.

Die Vorschule

Die Vorschule, eine Besonderheit des französischen Systems, nimmt Kinder vor der eigentlichen Schulpflicht auf, die mit sechs Jahren beginnt. Obwohl sie freiwillig ist, gehen mehr als 90 % der Kinder ab drei Jahren auf diese Schule.

Die Hauptaufgabe der Vorschule ist es, in den Kindern die Lust zu wecken, dass sie gern zur Schule gehen, um dort zu lernen, und sich in ihrer Persönlichkeit behaupten und ausleben. Diese Zeit des Schulbesuchs legt die erzieherischen und pädagogischen Grundlagen. Auf ihnen bauen die zukünftigen Lernprozesse der Schüler für die gesamte Schullaufbahn auf und entwickeln sich.

Zyklus 1 (frühkindliche Bildung)

Die Unterrichtsinhalte des Zyklus 1 (Zyklus frühkindliche Bildung) gliedern sich in fünf Lernbereiche:

  • die Sprache in allen ihren Facetten mobilisieren;
  • durch körperliche Aktivität handeln, sich ausdrücken und verstehen;
  • durch künstlerische Tätigkeiten handeln, sich ausdrücken und verstehen;
  • erste Werkzeuge entwickeln, um seine Gedanken zu ordnen;
  • die Welt entdecken.

Der Spracherwerb und seine Erweiterung, die Entdeckung der Schrift und der Zahlen sowie das Erlernen des „Zusammenlebens" werden gefördert.

Die Grundschule

Die Schulpflicht besteht ab dem sechsten Lebensjahr, das beinhaltet jedoch nicht die Pflicht, die Schule zu besuchen.

Die Lehrpläne der verpflichtenden Schulbildung legen den Schwerpunkt auf die Beherrschung der Grundkenntnisse. Sie basieren auf der Logik der allgemeinen Grundkenntnisse und sind in dreijährigen Zyklen organisiert, um die Zeitlichkeit des Lernprozesses zu berücksichtigen und einen sukzessiven und kontinuierlichen Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten durch den Schüler zu ermöglichen.

Zyklus 2 (Grundbildung)

Die Unterrichtsinhalte des Zyklus 2, Zyklus der Grundbildung, hinterfragen die Welt. Die Beherrschung der Sprachen, insbesondere des Französischen, ist prioritär, um die kommunikativen und sozialen Fähigkeiten der Schüler zu konsolidieren. Durch die Sprache soll eine Verbindung zwischen den verschiedenen Unterrichtsinhalten geschaffen werden, damit der Lernstoff einen Sinn erhält. Der Zyklus 2 ist zudem der Startpunkt für den Unterricht in einer Fremd- oder Regionalsprache. Die Schüler lernen, die grundlegenden Schulaufgaben umzusetzen, die sie während ihrer ganzen Schullaufbahn wiederfinden werden. Darüber hinaus lernen sie, ihre Antworten und Vorgehensweisen auf vernünftige Art zu begründen. Sie durchlaufen sowohl Gedächtnis- und Automatisierungsaktivitäten für grundlegende Vorgehensweisen und Kompetenzen als auch Verständnisübungen, um sich sukzessive komplexere Wissensgebiete zu erarbeiten.

Zyklus 3 (Konsolidierung)

Die Unterrichtsinhalte des Zyklus 3, Zyklus der Konsolidierung, sollen die Grundbildung verfestigen, insbesondere in der Beherrschung von Sprachen, die für weitere Lernprozesse unverzichtbar sind: Französisch, Mathematik sowie künstlerische und körperliche Ausdrucksfähigkeit. Die Schüler erlernen nach und nach die neuen Schulfächer mit ihrem jeweiligen Wissen, ihren Sprachen, Vorgehensweisen und Methoden, - etwa Geschichte und Geografie oder Naturwissenschaften und Technik. Die Fähigkeiten der Schüler zur Abstraktion verbessern sich und sie beginnen, ihre eigenen Gedanken zu entwickeln und zu ordnen, indem sie sich neues Wissen aneignen. Der Zyklus 3 gewährleistet so einen Übergang von der Grundschule auf die Mittelschule, im Interesse einer pädagogischen Kontinuität und einer Kohärenz des Lernstoffs. Er dient dem Erwerb allgemeiner Grundkenntnisse, Kompetenzen und Werte.

Die modernen Technologien werden für die schulischen Aktivitäten genutzt. Die Schüler erwerben Orientierungspunkte, um deren Nutzen zu verstehen und anzufangen, sie angemessen zu verwenden.

Die Schule berücksichtigt die Vielfalt und Verschiedenheit der Fähigkeiten eines jeden Schülers. Neben der intellektuellen Argumentation und Reflexion werden der Beobachtungssinn, die Freude am Experimentieren, die Sensibilität, motorische Fähigkeiten sowie die schöpferische Vorstellungskraft entwickelt.

Auffrischungskurse

Zusätzlich zur individuellen Unterstützung sind freiwillige Auffrischungskurse für Schüler der 4. und 5. Klasse (CM1-CM2) vorgesehen, die große Lücken in Französisch und Mathematik aufweisen. Diese Kurse verteilen sich auf drei Zeiträume: eine Woche während der Frühlingsferien und die erste und letzte Woche der Sommerferien. Sie finden an fünf aufeinanderfolgenden Tagen mit einem täglichen Unterricht von drei Stunden statt und werden auf den Bedürfnissen des Schülers angepasst.

Letztes Update: 17 Oktober 2017
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