Das Schulwesen in Frankreich

Die Grundschule [allemand]

Seit 1990 ist die Schulzeit in Zyklen gegliedert (s. Kasten oben - „Aufbau der Schulzeit"). Die Lehrkräfte verfügen über Bewertungsrichtlinien, die einen landesweiten Bezugsrahmen für eine Bilanz des Kenntniserwerbs der Schüler darstellen und dazu beitragen sollen, Schwierigkeiten, auf die der Einzelne stoßen kann, leichter festzustellen. Die Lehrpläne sehen jährliche Fortschritte im Kenntniserwerb fast aller Fachbereiche vor.

Landesweiter Aufbau

Seit dem Schuljahr 2008/2009 haben alle Schüler 24 Stunden Unterricht pro Woche, die auf acht oder neun halbe Tage verteilt werden. Schüler mit Lernschwierigkeiten können pro Woche 2 individuelle Förderstunden in Anspruch nehmen.

Die Vorschule

Zu den Besonderheiten des französischen Systems gehört die Vorschule, die Kinder vor der Schulpflicht ab dem sechsten Lebensjahr aufnimmt. Je nach Alter der Kinder ist sie in drei Stufen gegliedert, die „kleine, mittlere und große Abteilung". Auch wenn der Besuch auf freiwilliger Ebene erfolgt, gehen mehr als neun von zehn Kindern ab dem dritten Lebensjahr in die Vorschule.
Auf dem Bildungs- und Erziehungsplan der Vorschule (erster Lernzyklus oder „1. Zyklus") stehen fünf Lernprozesse:

  • Aneignung der Sprache und Vorbereitung auf das Lesen und Schreiben
  • ;Erlernen der Schülerrolle
  • Handlung und Körperausdruck;
  • Entdecken der Welt
  • Wahrnehmen, Fühlen, Phantasie entwickeln Gestalten

Zu den wichtigen Zielen der Vorschule zählt es, den Kindern zu ermöglichen, ihr volles Potenzial zu entwickeln, zu verstehen, was Schule bedeutet und erste erfolgreiche Schulerfahrungen zu sammeln.
Spracherwerb und Bereicherung der Sprache, die Entdeckung von Schrift und Zahlen und das Erlernen des „Miteinanderlebens" stehen dabei im Vordergrund.

Die Grundschule

Im „2. Zyklus" (GS-CP und CE1 - siehe Kasten oben) steht der Erwerb der Grundkenntnisse der französischen Sprache und der Mathematik an erster Stelle.
Neben diesen Hauptfächern erfolgt in der CP eine erste Einführung in Fremdsprachen, ab der CE1 ist der Fremdsprachenunterricht Bestandteil des Lehrplans, außerdem werden Sachkunde, Kunst und Musik, Kunstgeschichte, Sport und in gewissen Schulen auch eine regionale Sprache unterrichtet.
Im „3. Zyklus", dem Vertiefungszyklus (CE2, CM1 und CM2), werden die im „2. Zyklus" erworbenen Kenntnisse vertieft. Es kommen neue Fächer hinzu, die die Hauptfächer ergänzen: Geschichte und Erdkunde, Naturwissenschaften und Technik.
IT- und Kommunikationstechniken werden in verschiedenen Schulaktivitäten eingesetzt und ihre Aneignung führt zur ersten Ebene der EDV- und Internetprüfung (Brevet informatique et internet - B2i).
Die Schule berücksichtigt die Vielzahl und Vielfalt der Fähigkeiten jedes Schülers. Abgesehen von logischem Denken und geistiger Arbeit werden die Beobachtungsgabe, Experimentierfreude, Sensibilität, motorischen Fähigkeiten und gestalterische Kreativität gefördert.

Fördermaßnahmen für Schüler mit Lernschwierigkeiten

Für Schüler mit Lernschwierigkeiten kann ab der Vorschule an zwei Stunden pro Woche eine individuelle Fördermaßnahme durch die Lehrkräfte eingerichtet werden.
Abgesehen von individuellen Fördermaßnahmen wird auf freiwilliger Basis in der CM1 und CM2 Förderunterricht für Schüler angeboten, die erhebliche Lücken in den Fächern Französisch und Mathematik aufweisen. Dieser Förderunterricht findet eine Woche in den Frühlingsferien sowie in der ersten und letzten Woche der Sommerferien an jeweils fünf Tagen während drei Stunden täglich statt und wird an den Bedarf des Schülers angepasst.
Die pädagogische Betreuung richtet sich an interessiere Grundschulschüler in Schulen mit besonderem sozialem Unterstützungsbedarf und erfolgt nach der regulären Unterrichtszeit. Sie beinhaltet eine Hausaufgabenhilfe, Hilfe beim Erlernen einer Fremdsprache, ein Sportangebot oder eine Einführung in Kunst und Kultur und stellt einen „Übergang" zwischen der Schule und der Familie dar.

Letztes Update: 27 Mai 2013
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