Das Schulwesen in Frankreich

Gemeinsames Fundament der Basiskenntnisse und -kompetenzen [allemand]

Während der Schulzeit in der Vorschule, der Grundschule und in der Sekundarstufe I soll der Schüler die Möglichkeit erhalten, ein gemeinsames Fundament an Basiskenntnissen und -kompetenzen zu erwerben. Die Definition dieses gemeinsamen Fundaments der Basiskenntnisse und -kompetenzen stützt sich auf die Empfehlung des Europaparlaments und des Rates der Europäischen Union im Bereich der „Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen".

Das Bezugssystem der Lehrpläne

Dieses gemeinsame Fundament, der „Zement der Nation", ist das Bezugssystem für die Erstellung der Lehrpläne für die Primarstufe und die Sekundarstufe I. Es enthält alle Werte, Kenntnisse, Ausdrucksweisen und Fertigkeiten, mit deren Beherrschung jeder den Schulgang erfolgreich absolvieren, seine Ausbildung fortsetzen, seine persönliche und berufliche Zukunft aufbauen und somit zu einer erfolgreichen Teilnahme am Leben der Gesellschaft beitragen kann. Das gemeinsame Fundament legt fest, was jeder Schüler am Ende
der schulpflichtigen Zeit beherrschen muss. Für die modernen Sprachen werden die Lehrpläne auf der Grundlage des „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen" (GERS) erstellt.

Die Kompetenzen des gemeinsamen Fundaments

Das gemeinsame Fundament ist in sieben Kompetenzen aufgeteilt:

  1. die Beherrschung der französischen Sprache;
  2. die praktische Anwendung einer modernen Fremdsprache;
  3. die Grundelemente aus Mathematik, Wissenschaft und Technik;
  4. die Beherrschung der gängigen IT- und Kommunkationstechniken;
  5. humanistisches Wissen;
  6. soziale und staatsbürgerliche Kompetenzen;
  7. Autonomie und Initiative.

Jede dieser Kompetenzen versteht sich als Kombination aus Grundkenntnissen und der Fähigkeit, diese in unterschiedlichen Situationen umzusetzen und aus wichtigen Einstellungen während des gesamten Lebens.

Die drei Stufen der Beherrschung des Fundamentsder Basiskenntnisse und -kompetenzen

Die erste Bewertung erfolgt in der Grundschule, am Ende der CE1 (Ende 2. Grundschuljahr). Bewertet wird der Grad der Beherrschung dreier Kompetenzen: Beherrschung der französischen Sprache, Mathematik Grundkenntnisse, soziale und gesellschaftliche Kompetenzen. Die zweite Bewertung erfolgt ebenfalls in der Grundschule, am Ende der CM2 (5. Grundschuljahr) und zieht eine Bilanz über die vom Schüler am Ende der Grundschulzeit in den sieben Kernkompetenzen erworbenen Kenntnisse. Die dritte und letzte Bewertung dieser sieben Kernkompetenzen erfolgt am Ende der schulpflichtigen Zeit, im Allgemeinen in der sog. Troisième (Ende Sekundarstufe I).

Seit 2011 ist die Beherrschung der sieben Kernkompetenzen, die am Ende der Sekundarstufe I von dem Schulleiter bestätigt wird, eine notwendige Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung der schulpflichtigen Zeit, dem Diplôme national du brevet (DNB). Der Erwerb der Kompetenzen erfolgt schrittweise während der gesamten schulpflichtigen Zeit.

Schülern, die Schwierigkeiten beim Erwerb der Basisqualifikationen haben, wird ein individuell zugeschnittenes Förderprogramm, das Programme personnalisé de réussite éducative (PPRE) angeboten. Bei Bedarf kann ein Schüler dieses Angebot während der gesamten Sekundarstufe I wahrnehmen.

Letztes Update: 27 Mai 2013
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